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Archiv, 13.07.2010

21:00 Uhr (He-Hs)   

 
9to5 - Days in Porn (OmU)
 
Produktion: Deutschland, 2008
Regie: Jens Hoffmann
Drehbuch: Jens Hoffmann
Kamera: Jens Hoffmann
Musik: Alex McGowan, Michael Meinl
Schauspieler: Sasha Grey, Audrey Hollander, Otto Bauer, Katja Kassin, Sharon Mitchell
Technik: Farbe, 113 Minuten
Auszeichnungen: Nominierung für den Deutschen Kamerapreis 2009
 

Obwohl die Pornoindustrie nicht nur äußerst umsatzstark, sondern auch eine große Gestaltungsmacht in der Unterhaltungsbranche besitzt (man denke nur an die entscheidende Unterstützung der Videokassette oder Blu-Ray-Disc), ist der gesellschaftliche und mediale Umgang mit ihr geprägt von extremer Ablehnung oder einer völlig kritiklosen Darstellung als hipper Lifestyle (siehe diverse T-Shirt-Aufdrucke wie „Pornostar“ oder „Pornoqueen“).

 

In dem Film „9to5 - Days in Porn“ hat der deutsche Regisseur Jens Hoffmann über 18 Monate lang Produzenten, Manager und Darsteller der U.S.-amerikanischen Pornoindustrie begleitet und eine Dokumentation jenseits von Verteufelung oder Schönfärberei geschaffen. Dabei trifft er die unterschiedlichsten Protagonisten in der Pornobranche und sammelt Eindrücke aus ihrem Privat- und Berufsleben. Da ist beispielsweise die 22-jährige Sasha Grey, die mit 18 Jahren in die Pornoindustrie eingestiegen ist und als Star gefeiert wird, die deutsche Katja Kassin, die ihren Erfolg mit ihrer Disziplin begründet oder das Produzenten- und Darstellerpärchen Audrey Hollander und Otto Bauer.

 

Ohne staatliche Förderungen und nur mit Hilfe seiner Kollegin Cleonice Comino, die für die Produktion und den Ton verantwortlich war, musste Jens Hoffmann zuerst das Vertrauen der Porträtierten gewinnen, um sich schließlich frei und unter familiären Bedingungen innerhalb der Gruppe bewegen und filmen zu können. Der Dreh mit überwiegend 16-mm-Material und HD-Kameras sorgte für professionelle Aufnahmen, die im Dokumentarfilmbereich nicht selbstverständlich sind und brachte Jens Hoffmann eine Nominierung für den Deutschen Kamerapreis ein.

Dem Regisseur gelingt es, ein Porträt der Pornoindustrie zu schaffen. Er vermeidet es, ihre Akteure als Opfer oder Sexbesessene darzustellen, scheut sich aber auch nicht, die Schattenseiten der Branche aufzuzeigen.

 

Arne Müller

Quelle: filmstarts.de

 
 
 
Hinweis: Die hier gelisteten Filme liefen bzw. laufen demnächst im Hochschulfilmclub der TU Ilmenau. Es liegen keine Kopien der Filme vor. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den Händler oder die Videothek Ihres Vertrauens bzw. den entsprechenden Filmverleiher.