„Hannes Stöhr gelingt fulminant das, was noch keinem Regisseur so gelungen ist: Das Erlebnis der Berliner Technonächte einzufangen. Der Zuschauer erlebt im Kinosessel eine Clubnacht aus Musik, Hedonismus und Rausch.“ (Deutsche Welle)
Berlin der 90er Jahre: Techno ist der Sound der Stunde. In keiner Großstadt der Welt gibt es eine so ausgeprägt After-Hour-Kultur wie in Berlin. Während andernorts Techno-Partys mit der Sperrstunde oder der Morgendämmerung beendet werden, gibt es in der deutschen Metropole kaum eine ruhige Minute.
Martin Karow alias Ickarus, aufstrebender DJ der Berliner Szene, tourt mit Freundin/Managerin Mathilde durch die Tanzclubs, lässt keinen Party-, Sex- oder Drogenexzess aus und bastelt nebenbei noch an der Veröffentlichung seines neuen Albums. Trotz der unerwünschten Folgen des Drogenkonsums scheint der Discjockey aus seinem Rausch auch die Kreativität zu schöpfen, die es zum Komponieren seiner Beats braucht.
Nach ausufernder Nacht mit schlechtem Trip landet er jedoch in der psychiatrischen Notaufnahme. Die Ärztin diagnostiziert „drogeninduzierte Schizophrenie“. Er bleibt vorerst zum Entzug auf der offenen Station. Doch seine Auszeit währt nicht lang, bis er wieder ein Wochenende im Drogenrausch verbringt. Die Veröffentlichung seines Albums und sein Vertrag sind in Gefahr und nach und nach scheinen ihn auch seine Freunde aufzugeben.
Mit seinem neusten Werk gelingt Hannes Stöhr („Berlin is in Germany“) ein Balanceakt zwischen unzähligen Konflikten, ohne dass sein Film dabei zu einem klassischen Anti-Drogenfilm gerät. Durch die starke Fixierung auf Ickarus und das perfekte Zusammenspiel von Musik und Bild inszeniert der Jungregisseur und Drehbuchautor ein eindrucksvolles Portrait unserer zeitgenössischen Gesellschaft - immer schwankend zwischen Ekstase und Ernüchterung. Durch die authentischen Partyszenen nimmt er den Zuschauer mit in den Strudel des Berliner Nachtlebens.
Johanna Pigors

