Willkommen in der Welt von Octave Parango, einem Mann, der es im landläufigen Sinne geschafft hat. Er ist jung, talentiert und ordentlich überbezahlt. Nebenbei ist er aber leider auch egomanisch, arrogant und nett kokainverseucht. Auf den ersten Blick ist er ein richtig fieser Typ… das ändert sich auch auf den zweiten Blick nicht großartig. Diese Eigenschaft ist aber keineswegs hinderlich, denn Octave ist ein Kreativer. Er kreiert Images, Brands, Werbekonzepte, macht aus Unansehnlichem echte Verkaufsschlager. Und die Ergebnisse geben ihm Recht: Was er sich heute ausdenkt, ist morgen angesagt!
Er entscheidet darüber, was wir morgen essen, tragen, fahren oder trinken. Und wenn wir endlich das Geld zusammen haben, um uns den lang ersehnten Wagen zu gönnen, dann hat Octave schon längst für neue Bedürfnisse gesorgt.
Für seine eigene Person hat er sich klischeehaft selbstgefälliges Image aufgebaut. Bei seinem Arbeitgeber, einer übergroßen Agentur, kommt er damit durch, weil er nach seinen eigenen Regeln spielt - und die anderen einfach mitmachen. Im privaten Leben ist es nicht ganz so einfach, den Schein zu wahren. Man muss Octave nicht unbedingt verstehen – das macht er wahrscheinlich selbst nicht einmal.
Für die Fertigstellung des Filmes benötigte man volle sieben Jahre: Produzent Alain Goldman sah sich einer breiten Ablehnung auf Seiten seiner üblichen Geldgeber, werbefinanzierter Privatsender, gegenüber und fand schließlich erst bei Pathé und Arte bereitwillige Unterstützung...
„39,90“ ist laut, grell, bunt – und widerspiegelt die platt-gelackte Welt kreierter Images und polierter Marken... Werbung eben. Die Satire eröffnet einen ebenso realen wie auch absurd komischen Blick auf den Zynismus der Werbewelt. Nebenbei ist der Film aber auch das Psychogramm eines Mannes, der zum Gefangenen der von ihm geschaffenen verlogenen-käuflich irrealen Welt wird.
Und für den Zuschauer eine wunderbare Möglichkeit sich einer Melange aus Klischee und Lüge hinzugeben.

