Mit dem Film „2001: Odyssee im Weltraum“ auf einer Romanvorlage von Arthur C. Clarke basierend, schaffte der berühmte Regisseur Stanley Kubrick ein zeitloses Meisterwerk, welches nicht nur gravierenden Einfluss auf die Generation des Erscheinungsjahres von 1968 hatte, sondern bis heute die Diskussion und Interpretation am Leben hält. Beginnend in der Urwelt, wo das Auftauchen eines schwarzen und mysteriösen Monoliths bereits bei unseren evolutionären Vorfahren die Faszination über dessen unbekannter Herkunft und Erscheinungsform aufkommen lässt, ergibt sich die gleiche Faszination, als 1999 ein gleicher Monolith von unserer technologisch fortgeschrittenen Generation auf dem Mond entdeckt wird. „Welchem Zweck dient der Monolith?“ ist die Frage, welche sich die ganze Zeit durch den Film zieht und schließlich von ihm unbeantwortet bleibt. Von der Entdeckung auf dem Mond initiiert, wird eine Expedition mit dem Raumschiff „Discovery“ zum Jupiter gestartet, um weiteren Spuren des Monoliths zu folgen. An Bord sind die Astronauten Poole und Bowman, drei weitere Wissenschaftler, die in Kältekammern schlafen, sowie der Computer HAL 9000, der mit einer synthetischen Persönlichkeit ausgestattet ist und das Raumschiff autonom steuert. Im Laufe des Fluges zeigt HAL ein merkwürdiges Verhalten, welches Poole und Bowman zum abschalten des künstlichen Gehirns zwingt. HAL, welcher sich seiner Gefährdung bewusst wird, verteidigt sich, schließlich gelingt es nur Bowman zu überleben und HAL abzuschalten. Als einzig verbliebenes Crewmitglied obliegt es nun Bowman mit Hilfe einer Raumkapsel zum Jupiter zu fliegen, um dort die Untersuchung eines weiteren und riesigen Monolithen durchzuführen. In seinem Film entzieht sich Stanley vollkommen der eigenen Deutung und konzentriert sich auf die Schaffung einer audiovisuellen Komposition durch revolutionäre Tricktechnik, kühne Effekte und einer grandiosen musikalischen Begleitung, um ein Erlebnis zu schaffen, welches verbales Schubladendenken vermeidet und emotional und philosophisch unmittelbar auf das Unterbewusstsein zielt. Michael Döring

