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Archiv, 05.01.2006

21:00 Uhr ()   

 
Alles auf Zucker!
 
Produktion: Deutschland 2004
Regie: Dani Levy
Drehbuch: Dani Levy, Holger Franke
Kamera: Carl-Friedrich Koschnick
Musik: Niki Reiser
Schauspieler: Henry Hübchen, Hannelore Elsner, Udo Samel
Technik: Farbe, 95 min, 35 mm
 

Jakob „Jaeckie“ Zucker (Henry Hübchen) ist einer der Verlierer der Wende. Ehemals ein erfolgreicher Sportreporter, hält er sich nun notdürftig als Profi-Billardspieler über Wasser. Aber als ob die finanziellen Probleme und der Streß mit dem Gerichtsvollzieher noch nicht genug wären, setzt ihm zusätzlich der Scheidungswunsch seiner Frau Marlene (Hannelore Elsner) schwer zu. Ein hoch dotiertes Billardturnier scheint für Jaeckie der Silberstreif am Horizont zu sein.

Doch es kommt alles anders als seine Mutter stirbt und der ihm fremde Bruder Samuel seinen Besuch in Berlin ankündigt. Nun ist Eile geboten, denn vor seinem erfolgreichen, jüdisch-orthodoxen Bruder möchte Jaeckie, dessen Religiosität in der DDR schwer gelitten hat, natürlich gern das Bild einer intakten, gläubigen Familie wahren.

Allerdings weist der letzte Wille seiner Mutter eine gewichtige Fußnote auf: Sie hat verfügt, daß das Erbe nur ausgezahlt wird, wenn die seit 40 Jahren zerstrittenen Dickköpfe Samuel und Jakob wieder zueinander finden. Leichter gesagt, als getan…

Paul Spiegels Aussage „Endlich lacht man mit, nicht über uns.“ kann man als Freigabe des Filmes auffassen, der es versteht, das jüdische Leben in Deutschland und den Ost-West-Konflikt pointiert auf die Schippe zu nehmen, ohne Anstoß zu erregen. Nicht ohne Grund also gehörte der Film zu den großen Gewinnern bei der Verleihung des 55. Deutschen Filmpreises.

Matthias Irmscher

 
 
 
Hinweis: Die hier gelisteten Filme liefen bzw. laufen demnächst im Hochschulfilmclub der TU Ilmenau. Es liegen keine Kopien der Filme vor. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den Händler oder die Videothek Ihres Vertrauens bzw. den entsprechenden Filmverleiher.