Mit «Beijing Bicycle» hat der junge chinesische Regisseurs Wang Xiaoshuai 2001 den Grossen Jurypreis in Berlin geholt.
Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit, doch die Fiktion lässt immer wieder hoffen - die Wege von zwei Millionenstädtern kreuzen sich. Velokurier Guei (Cui Lin) ist wie unzählige seiner Altersgenossen weg vom Land auf der Suche nach einem besseren Leben in die Stadt gezogen. Guei arbeitet als Kurier und muss sein Fahrrad abbezahlen. Doch just als die letzte Rate fällig ist, wird ihm das schöne Gefährt entwendet. Der neue Besitzer ist der Schüler Jian (Li Bin), der sich ein Velo auf dem Flohmarkt gekauft hat, doch mit Geld, das ihm nicht gehört. Die Motivation für den Kampf um das Fahrrad ist sehr unterschiedlich. Für Guei geht es um die nackte Existenz, für Jian um Prestige - er möchte mit seinen reichen Freunden mithalten können. Der körperliche und seelische Einsatz beider Rivalen ist radikal - die Gewalt eskaliert.
„Beijing Bicycle“ schildert den Umbruch zwischen kommunistischer Tradition und freier Marktwirtschaft. Unzählige Einzelkämpfer strampeln auf ihren Rädern durch einen modernen Großstadtdschungel. Niedrige Hutong - Labyrinthe stehen im Kontrast mit modernster Hightech-Glasarchitektur. Die Kameraarbeit wirkt umwerfend poetisch, und beinahe fabelartig ist die Auflösung des Konflikts - ein idyllisches Großstadtmärchen?

