Provokation und Konfrontation auf allen Ebenen – die Aktion „Bitte liebt Österreich“ des berüchtigten deutschen Schockregisseurs Christoph Schlingensief . Mitten im touristischen Zentrum von Wien wird im Juni 2000 eine Angstvision zur Wirklichkeit: Ein Containerlager für Asylanten, interaktiv beeinflussbar, rund um die Uhr beschallt mit ausländerfeindlichen Ansprachen der FPÖ-Erfolgsfigur Jörg Haider und beklebt mit dessen rassistischen Wahlplakaten. Massenhysterie und brüllende Menschen am Ort des Geschehens direkt vor der Oper. Die Passanten werden zu Mitspielern. So auch hunderttausende Nutzer der Internetseite in ganz Europa, per Live-Stream konnten sie das Leben in den Containern beobachten und mittels Webwahl die Insassen abschieben. Big Brother als sozialpolitische Satire, Menschenverachtung als Unterhaltung. Die Reaktionen: Schlagzeilen in den Medien, hitzige politische Debatten, offene Anfeindungen, lautstarke Demonstrationen und permanente Attacken durch rechte wie linke Gruppierungen bis hin zu versuchter Brandlegung und der Erstürmung des Containers. Paul Poet begleitet in seiner Dokumentation das Geschehen vom ersten bis zum letzten Tag und stützt sich dabei auf fast 100 Stunden Originalmaterial. Ein entlarvender Katastrophenfilm in einer scheinbar komplexen und verrückten Künstlerwelt, die jedoch nichts anderes als die Inszenierung der Realität ist.

