Dieser sympathische Film heißt zwar "Blue Moon", aber blau ist hier nur gelegentlich Johnny Pichler (Josef Hader): ein etwas antriebsarmer Österreicher, der während eines kriminellen Intermezzos auf die geheimnisvolle Jana prallt. Weil er von der hübschen Russin enorm fasziniert ist und eh gerade nichts anderes vor hat, verfolgt er sie quer durch die Slowakei und durch Russland bis ans Schwarze Meer. Auf der Odyssee trifft er den Ostdeutschen Ignaz (wundervoll kauzig: Detlev Buck), und das Schlitzohr stürzt Johnny in ein erotisches Besäufnis und jede Menge ernsthafter Schwierigkeiten. Johnny Pichler: Schon der Name offenbart eine Mischung aus Weltoffenheit und Kleinkariertheit, und so schließt man den ambivalenten Antihelden rasch ins Herz.
Regisseurin Dusl schickt ihn durch die faszinierend abstoßende Resopal-Tristesse des korrupten Ostens, doch ist ihr Debütfilm keineswegs nur ein Roadmovie. Er ist mal Gangsterstück, mal Liebesdrama, mal Komödie: leise, skurril und irgendwie knuffig.

