Hamburg - Die Kamera gleitet über einer verlassene Straße zwischen Fabrik- Schornsteinen und Lagerhallen. Hier starten drei junge Männer mit ihrem hochgetunten, alten Ford Granada zu einem Autorennen. Mit heulendem Motor ziehen sie grinsend an einem Alfa Romeo- Fahrer vorbei.
"Absolute Giganten", Sebastian Schippers Regiedebüt erzählt von den drei Freunde Floyd (Frank Giering), Ricco (Florian Lukas) und Walter (Antoine Monot Jr.), die in einem der etwas heruntergekommeneren Teil der Stadt wohnen, tagsüber ihren Aushilfejobs nachgehen und erst nach Feierabend richtig aufleben, wenn sie gemeinsam durch die Strassen ziehen. Doch die schöne Zeit des Trios neigt sich dem Ende zu: Floyd beschliesst, die Welt ausserhalb Hamburgs kennenzulernen und auf einem Schiff "bis nach Singapur und weiter" anzuheuern. Noch eine Nacht haben sie, und es soll die Nacht ihres Lebens werden, absolut gigantisch eben.
Gemeinsam fahren sie mit dem aufgemotzten Ford Granada los, und zelebrieren ihre Freundschaft. Ein gefühlvoller, fetziger Soundtrack (u.a. "Tocotronic" und "Notwist") begleitet die drei in ihrem Schwanken zwischen zur Schau getragener Coolness und innerer Zerbrechlichkeit.
In seinem modern-melancholischen Roadmovie stellt der Regiseur sein treffendes Gespür für die unterschiedlichen Stimmungen seiner Figuren unter Beweis. "Absolute Giganten", resümiert Sebastian Schipper, "erzählt mit Melancholie, Blödelei und Action, dass das Leben groß und atemberaubend ist."
Viel Authentizität durchzieht die Darstellung, und macht "Absolute Giganten" zu einem der 'realistischten' deutschen Filme seit langer Zeit. Manchmal wird alles etwas zu sentimental, begegnet man etwas zuviel Selbstbeweihräucherung, die nicht so ironisch ist, wie Schipper es vielleicht gern gehabt hätte. Aber dafür fehlt fast alle fröhlich-laute Dummheit des deutschen Films, fast alle Prätention. Schon das macht "Absolute Giganten" zu einem ungewöhnlichen, sehenswerten Film, in wohltuender Weise einmal nicht typisch deutsch, sondern fast britis! !
ch.

