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Archiv, 18.06.2002

21:00 Uhr ()   

 
Amores Perros
 
Produktion: Mexiko 2000
Regie: Alejandro González Inárritu
Drehbuch: Guillermo Arriaga Jordan
Kamera: Rodrigo Prieto
Musik: Gustavo Santaolalla
Schauspieler: Emilio Echevarría, Gael García Bernal, Goya Toledo, Alvaro Guerrero
Technik: 35 mm, Farbe, 147min
 

Schon in den ersten Minuten wird der Kinosessel zum Schleudersitz. Mit zwei jungen Männern rast die Kamera durch die Straßen von Mexico-City. Auf dem Rücksitz des Wagens verblutet ein Hund. Schreie. Schüsse. Die Ampel springt auf rot. Vollgas. Quietschende Reifen. Frontaler Aufprall. Der rasante Anfang ist zugleich die eigentliche Mitte des Films, zu der die sternförmige Erzählung immer wieder zurückkehrt. Gewaltsam lässt Regisseur Alejandro González Inarritu in seinem spektakulären Kinodebüt drei Lebensgeschichten aus dem mexikanischen Hauptstadtmoloch aufeinanderprallen. Octavio, der mit illegalen Hundekämpfen Geld verdienen, um dann mit der Frau seines kriminellen Macho-Bruders woanders neu anfangen will, Supermodel Valeria, die Schoßhündchen mehr schätzt als Kinder und gerade mit einem verheirateten, erfolgreichen Verleger eine gemeinsame Zukunft aufbaut, der Penner "El Chivo", der einst an die Revolution glaubte und nun als Auftragsmörder mit einer Horde wilder Hunde durch Mexico-City streift und auf Erlösung hofft.
Amores Perros ist ein energiegeladener Film, und es ist die Kraft der Verzweiflung, die ihn antreibt. Die präzise geführte Handkamera von Rodrigo Prieto findet Bilder für das haltlose Lebensgefühl der Stadt. In seiner verwickelt-temporeichen Erzählstruktur erinnert Amores Perros an Tarantinos Pulp Fiction. Gewalt ist hier jedoch kein Mittel zur Steigerung des Unterhaltungswertes, sondern Teil der schmerzenden Wirklichkeit, die der Film aufregend ungeschönt ins Visier nimmt.

 
 
 
Hinweis: Die hier gelisteten Filme liefen bzw. laufen demnächst im Hochschulfilmclub der TU Ilmenau. Es liegen keine Kopien der Filme vor. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den Händler oder die Videothek Ihres Vertrauens bzw. den entsprechenden Filmverleiher.