Eigentlich sollte das Gedenk-Konzert für den im November 1999 verstorbenen Bassisten Christoph Zimmermann ein roter Faden dieses Films werden. Doch dann verschied im vergangenen Herbst auch Alexander „Aljoscha“ Rompe, Kopf und Sänger von „Feeling B“, wie überhaupt einer der Protagonisten der Rockszene in Prenzlauer Berg, die sich schon zu DDR-Zeiten entwickelt hatte. So avancierte diese abendfüllende Dokumentation nicht nur zur Bilanz von zehn Jahren deutscher Einheit aus subkultureller Sicht, sondern auch ein wenig zu einem Requiem - womöglich nicht nur für die Dahingegangenen. Dieser Film ist eine Geschichte von und mit Musikern. Sie sind geboren im Kalten Krieg, im Reich des Bösen. Hinter dem eisernen Vorhang haben sie geliebt, gelacht, gelebt. Und mit ihren Texten und Instrumenten haben sie Tausende wachgerüttelt.
Am 09. November 1989 fiel der Eiserne Vorhang in Europa – 10 Jahre danach die filmische Bilanz einer Langzeitdokumentation. Eine Filmreise mit Aljoscha Rompe und für Christoph Zimmermann.
Neben der Gruppe „Rammstein“, die erst nach den Aufnahmen für diesen Streifen groß herauskam, sieht und hört man Rompe, die „Blind Passengers“, „In-Extremo“, „The Inchtabokatables“, „Die Skeptiker“ und auch „Freygang“.
1987 produziert Roland K.G. Gernhardt für die DEFA den Musikfilm „Flüstern und Schreien“. Der Film ist ein Auftragswerk, die DDR-Jugend will Musikfilme sehen und soll nicht nur amerikanische Streifen konsumieren. In das identitätsstiftende Projekt drückt Gernhardt eine gerade gegründete Kapelle, „Feeling B“. Das Trio, die erste professionelle Punkcombo der DDR, wird zu den eigentlichen Protagonisten des Films.
„Flüstern und Schreien“ wird nach Verbotsgerüchten ein Straßenfeger, „Feeling B“ zur Initiation einer Generation. „Feeling B“ durften die erste Punk-Platte der DDR aufnehmen und produzierten 1989 mit „Hea Hoa“ die bis heute bemerkenswerteste deutsche Punkscheibe. Aljoscha Rompe wird endgültig General des Ostberliner Undergrounds und Roland K.G. Gernhardt sein Hausfil! !
mer. Er
filmt ihn bei der Besetzung des Tacheles, der Installation des Piratensenders „Radio P“, filmt Interviews, Konzerte und auch das Ende der Band. Paul Landers wird Gründungsmitglied von der Gruppe „Rammstein“, Gernhardt filmt erste Proben, Plattenaufnahmen und Konzerte. ...
Drei Jahre später kommt Gernhardt aus Bolivien zurück und stellt fest, dass „Rammstein“ zur Weltband gewachsen sind. Er realisiert auf eigene Kosten eine Fortsetzung von „Flüstern und Schreien“. Die Arbeitsversion heißt: „Wir kriegen euch alle!“ ...
Zu dieser Filmvorführung wird Herr Gernhardt selbst anwesend sein und steht somit allen Filmfreunden für anregende Gespräche zur Verfügung.

