Der erfolglose Puppenspieler Craig Schwartz (John Cusack) wird von seiner Frau Lotte (Cameron Diaz) in einen Job als Aktensortierer gedrängt. Sein neuer Arbeitsplatz ist ein Büro in der 7 1/2 Etage eines New Yorker Bürogebäudes, wo die Decke so niedrig ist, dass die durchweg kauzigen Angestellten nur gebückt durch die 1,50 Meter hohen Räume schleichen können.
Hinter einem Wandschrank entdeckt der Puppenspieler einen Tunnel. Der führt nicht etwa ins benachbarte Zimmer, sondern direkt ins Bewusstsein von John Malkovich (John Malkovich). 15 Minuten lang fühlt, sieht, riecht und schmeckt Schwartz mit den Sinnen des Schauspielers, danach fällt er buchstäblich aus heiterem Himmel neben eine Autobahn in New Jersey. Auch Lotte und Craigs Kollegin Maxine (Catherine Keener) rutschen daraufhin durch den geheimen Gang und sind ebenso verwirrt wie begeistert. Schnell schlägt das Trio aus der viertelstündigen Bewusstseinserweiterung Kapital und vermarktet den Tunnel als Erlebnistrip ins fremde Ich. Bis am Ende John Malkovich persönlich auftaucht und auch einmal rutschen möchte. ...
Die Versuche, "Being John Malkovich" mit einem Wort zu beschreiben, reichen von innovativ bis krank. Die vielleicht beste Charakterisierung aber schafft Hauptdarsteller John Cusack, der den Film mit einem Gemälde von Escher vergleicht, der des öfteren Türen und Treppen zeichnete, die zu sich selber führen. Aber wie auch immer, unstreitbar ist, dass wir es hier, beim ersten abendfüllenden Spielfilm von Videoregisseur Spike Jonze, mit einer der vielleicht abgedrehtesten Geschichten der letzen Jahre zu tun haben.
Sven Winter

